Flora & Fauna

Da sich Madagaskar bereits vor 165 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent und vor 90 Millionen Jahren von Indien abgetrennt hat, konnte sich hier eine einzigartige Flora und Fauna ausbilden. Zirka 80 Prozent der Säugetiere und Pflanzen, bei den Amphibien sind es gar 92 Prozent, sind endemisch, das heißt, sie kommen nur hier vor. Dazu gehören die Lemuren und andere Halbaffen, die igelähnlichen Tenreks und die Benierente, die zu den seltensten Wasservögeln der Welt gehört. Dafür fehlen auf der Insel viele Arten, wie zum Beispiel Affen und Giftschlangen.
     
Mohrenmaki
Mohrenmaki
Lemuren - Die Halbaffen werden wegen ihren gelb und rot glühenden Augen auch Waldgeister genannt. Durch die reflektierende Schicht können sie ähnlich den Katzen nachts besser sehen. Die Lemuren gibt es nur auf Madagaskar und den benachbarten Komoren.
Vari Vari
 
Etwa ein Fünftel der Artenvielfalt der afrikanischen Flora gibt es auf Madagaskar. Neben tropischen Regen- und Bergnebelwäldern finden sich auch Trockenwälder, Dornbuschsavannen und Halbwüsten. Hier sind beispielsweise der Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis) und sieben von zehn Arten des Affenbrotbaumes endemisch.
   
Ravenala Ravenala Schnitt
Ravenala madagascariensis - Der Baum der Reisenden
Er verdankt seinen deutschen Namen der Tatsache, dass sich in dem kahnförmigen Blattgrund der dicht stehenden Blätter Regenwasser sammelt, das durch Anstechen des Blattgrundes gewonnen werden kann. Es ist aber als Trinkwasser nur bedingt geeignet, da es meist verunreinigt ist (vermoderte Blätter,
Mückenlarven, tote Tiere). Der halbierte und ausgehöhlte Stamm der Ravenala wird in Madagaskar traditionell zum Decken von Dächern benutzt. Die Ravenala ist in Madagaskar endemisch und es gibt nur eine Art.
 
Ursprünglich war Madagaskar zu 90 Prozent bewaldet. Von den 53 Millionen Hektar Wald sind heute nur noch etwa zehn Prozent erhalten. Die Menschen leben überwiegend von der Landwirtschaft. Neues Acker- und Weideland wird üblicherweise durch Brandrodung erschlossen, sodass jährlich etwa 120.000 Hektar weitere Waldflächen zerstört werden. Die größten zusammenhängenden Regenwaldflächen, die noch existieren, liegen auf der Masoala-Halbinsel.