Aufforstungprojekte Fandarazana und Anove

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In 2001 kam der Kontakt zu Aufforstungsprojekt Fandarazana zustande. Die private Gesellschaft Seeds-of-Madagascar hat an der Ostküste Madagaskars ein Reststück Primärwald übernommen, das eine Reihe von Kahlschlagsflächen enthält, aber noch ein funktionierendes Regenwaldbiotop darstellt. Zusätzlich zu diesen ca. 30 ha hat unser Projektpartner eine weitere Fläche geschädigten Primärwaldes in Anove von 20 ha Größe in die Betreuung genommen.
 
Mit großem Engagement versucht Seeds-of-Madagascar den Primärwald in seinem derzeitigen Umfang zu erhalten und die Kahlschläge nach und nach wieder zu bewalden. Dabei wird die lokale Bevölkerung in die Aufforstungsaktivitäten einbezogen und an der verträglichen Nutzung des Waldes beteiligt.
 
Die Projektgruppe Madagaskar unterstützt diese Arbeit inhaltlich, finanziell und seit 2006 durch die Vermittlung von Praktikanten, die für einen begrenzte Zeit bei unserem Partner Seeds-of-Madagascar mitarbeiten.
 
junge Palmen Verschattung

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Praktikumsbericht 2006

Die beiden Praktikanten Thomas Canonier und Jochen Wagner halfen vom 11.Juli bis 18.Oktober 2006 im Aufforstungsprojekt in Fandarazana.
Während ihres Praktikums führten sie als erstes gemeinsam mit einheimischen Mitarbeitern eine Rodung des zu bearbeiteten Geländes durch, um es von der wuchernden Sekundärvegetation zu befreien. Auf den vorbereiteten Flächen wurden in einem zweiten Arbeitsschritt dann die Baumsetzlinge gepflanzt. Diese Jungpflanzen stammten teilweise aus der Baumschule, die die Organisation vor Ort unterhält. Weitere Aufgaben waren Tätigkeiten zur Pflege und Neubestückung der Baumschule.
Als zweiten und wichtigen Aufgabenbereich wurde eine genaue Vermessung des Terrains von Seeds of Madagaskar in Fandrarazana mittels eines GPS-Gerätes vorgenommen. Mit den Ergebnissen wurde eine Karte des Geländes angefertigt. Weiterhin erstellten die Praktikanten zusammen mit Dorfbewohnern ein Baumarteninventar der Umgebung.
Als letzter großer Block des Praktikums stand die Bepflanzung einer kleinen Insel in den Mangroven mit der sehr selten gewordenen Palmenart Ravenea rivularis auf dem Programm.
Die Aufforstprojekte können langfristig nur Bestand haben, wenn sie mit einer umfassenderen Umweltbildung der ansässigen Bevölkerung gekoppelt werden und wenn diese Alternativen zur Nutzung der Primärwälder hat. Die Praktikanten schlugen vor, als eine begleitende Maßnahme zur Wiederaufforstung mit einheimischen Baumarten, auf bereits abgeholzten Flächen mit der Pflanzung von Eukalyptus oder anderen schnellwachsenden Arten zu beginnen. Dazu muss allerdings noch geklärt werden, mit welchen personellen und finanziellen Ressourcen diese zusätzlichen Aufgaben bewältigt werden können.
Die erstmalige Beteiligung von Praktikanten im Aufforstungsprojekt war ein voller Erfolg. Die Stellen wurden für 2007 erneut beantragt.
 
urwald GPS_Messung
 
Rodung