Verbesserung der Bewässerungsanlage
für den Nassreisanbau bei Analalava

Schon während der Vorbereitung des Aufforstungsprojektes bei Analalava (s.d.) wurde das Bewässerungsproblem auf den Reisanbauflächen des Dorfes Sahamamy durch die Bewohner gegenüber der LIGUE VERTE angesprochen. Die bereits vorhandene und einfache Bewässerungsanlage wurde jedes Jahr vom Hochwasser weggespült, so dass die Reparaturen ständig schwieriger wurden und bis zum Ausfall mancher Anbausaison führten. Die LIGUE VERTE ließ das Gebiet vom Ministerium für Landwirtschaft untersuchen und einen Kostenvoranschlag für eine neue Bewässerungsanlage erstellen.
 
Mit Mitteln aus Deutschland konnte in den Jahren 2002/2003 die Bewässerungsanlage des Dorfes Sahamamy neu errichtet werden. Schwerpunkte waren der Bau einer Staumauer und die Verlegung der Hauptkanäle in Stahlbetonbauweise.
 
Entsprechend dem Bedarf der Bewohner von Sahamamy, den lokalen Bedingungen und technischen Anforderungen, war der Bau einer stabilen Bewässerungsanlage ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Ernährungsgrundlage. Gleichzeitig wurde damit der Wanderfeldbau in den Bereichen gehemmt, die an den Naturwald grenzen. Dabei wird der Regenwald bei Analalava nicht nur durch die bisher gebildete Schutzstreifenpflanzung geschützt, sondern auch durch Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch die Erhöhung der Reisproduktion.
 
Reis ist das Hauptnahrungsmittel der Madagassen, wobei er 55 % der Nahrungsaufnahme deckt. Die Nahrung der Bauern besteht fast ausschließlich aus Reis. Die aktuelle Reisproduktion Madagaskars reicht allerdings nicht aus, den Bevölkerungsbedarf zu decken.
 
Die madagassischen Bauern genießen keine staatlichen Unterstützungen und sind auf ihre Selbstversorgung angewiesen. Der Reisanbau in Madagaskar wird überwiegend im Rahmen der kleinbäuerlichen Bewirtschaftung mit geringem Bodenfonds, kleinem Produktionsvolumen sowie rückständigen und veralteten Produktionsausrüstungen betrieben. Zu den begrenzenden Faktoren zählt auch der Mangel an Finanzmitteln. Um den Reisanbau zu fördern, kooperieren inzwischen internationale Organisationen und Institutionen mit der madagassischen Regierung. Ihre Aufgabenbereiche liegen im Bereich Züchtung, Düngung, Bewässerung, Verbesserung der Fruchtfolge und Mechanisierung.
 
Obwohl Madagaskar mit einer Fläche von 598.000 km² fast doppelt so groß wie Deutschland ist, konzentrieren sich diese Maßnahmen leider nur auf die zentralen Regionen der Insel, so dass die Bewohner der Küstengebiete bisher kaum Nutzen daraus ziehen konnten.
 
Zu weiteren Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
     
Bewässerung alter Zustand mit Bewässerungskanal aus Bambusrohr
  Bewässerung
  neu gemauerter Bewässerungskanal